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November 17, 2017   
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Schemnitzer bergstudentisches Brauchtum

 
Die Vorgängerinstitution unserer Universität, die Akademie zu Schemnitz, war eine Wiege zahlreicher Bräuche des Studentenlebens. Seit dem Mittelalter pflegte jede Schule eine Vielzahl an Bräuchen, aber die komplexen Traditionen der sog. „Schemnitzer Studentenbräuche” gelten heutzutage in Ungarn als einzigartig. Dazu gehören selbst die Uniformen, an denen die Studenten der einzelnen Fakultäten leicht zu erkennen sind. 
 
Neuankömmlinge an der Universität, die sog. jungen „Heiden“ (als „pogány” und „poganyina” bezeichnet), sind bedauernswürdig und müssen sich den Aufstieg in höhere Ränge erst erarbeiten. Nach ausgiebiger Unterweisung und einer erfolgreichen Prüfung werden sie am Fachabend auf den Namen „Balek“ (Gimpel) „getauft“. Bei Nichtbestehen der Prüfung, werden die Erstsemestrigen aufgrund der Entscheidung des „Kreises der im göttlichen Licht glänzenden glorreichen Firmen“ weiterhin „Díszbalek“ (Ehrengimpel) genannt. Sie müssen sich an einem anderen Fachabend weiteren Proben unterziehen und sich der Taufe würdig erweisen. Ihre Taufeltern geben ihnen „Vulgó-“ und Alias-Namen”, die dann bis ans Lebensende getragen werden. Im zweiten Studienjahr tragen die Studierenden den „Vulgó“, in den weiteren Semestern nur den „Alias-Namen“.
 
Im zweiten Studienjahr werden die „Jünglinge“ zu „Kohlenbrennern”, und nach der ersten Zwischenprüfung können sie sogar in den Kreis der „im göttlichen Licht glänzenden glorreichen Firmen” aufsteigen. Erhält der Student dann sein Diplom, wird er damit auch zu einem sogenannten „Veteran“.
 
Zu den Trägern unserer Traditionen gehören die fröhlichen Festivitäten, die einem festgelegten Ablauf folgen - die sog. Fachabende. Ursprünglich waren dies Veranstaltungen der Schemnitzer Bergbaustudenten, auf denen vor allem fachspezifische Fragen diskutiert wurden. Später traten die Fachdiskussionen mehr und mehr in den Hintergrund, während die Freude am Feiern in den Vordergrund rückte. 
 
Charakteristisch für die Fachabende ist die Präsenz verschiedener Funktionäre, die an ihren Bändern zu erkennen sind. Der Praeses übernimmt die Leitung der Festlichkeiten, der Major Domus bereitet sämtliche Regelungen der Verordnung, die bedingungslos befolgt werden müssen, vor und verkündet sie anschließend. Der Cantus Praeses stimmt die Lieder an. Die Aufgabe des Contrapuncts war ursprünglich, die Worte des Praeses lautstark zu wiederholen. Heute sind diese Studenten vor allem für ihre lustigen Kommentare bekannt, die sie zum Besten geben. Nachdem die Band tragenden Funktionäre beordert worden sind, werden auch weitere Positionen belegt, wie z.B. die des Konsequenz. Seine Aufgabe besteht darin, „die Konsequenzen zu ziehen“, sollte der Praeses einen Fehler begehen. In diesem Fall muss er einen Krug Bier vollständig leeren. Die Personen, die mit der Aufgabe des Leibfuchses betraut worden sind, stellen so etwas wie einen Kneipenwirt dar. Daneben gibt es die Fuhrwerke, die für die Dauer des Festes das spezielle Getränk des Fachabends servieren; sowie den Etalonbetrunkenen, der seine Rede nicht verfehlen darf, da sonst der Fachabend beendet wird.
 
Ein Fachabend ist immer an ein bestimmtes Ziel gebunden, dementsprechend hat jeder Abend seine eigene offizielle Bezeichnung. Dem Fachabend dürfen nur eingeladene Gäste beiwohnen, die vorher schon „getauft“ worden sind. Die Einladung lautet auf den Namen und darf nicht übertragen werden.
Der Abend beginnt mit der Wahl des Praeses, der dann die weiteren Funktionäre benennt. Der Cantus Paeses stimmt die Hymnen der einzelnen Fachgruppen an und der Major Domus liest die Hausordnung vor.
 
Im Weiteren werden Burschenlieder gesungen, fachliche Fragen diskutiert und lustige Geschichten aus dem Universitätsleben erzählt – keiner darf sich aber dadurch beleidigt fühlen. Der Praeses gewährt jeden Beitrag und gibt den Takt an, in dem die Krüge geleert werden. Die Fuchsmajore überwachen die Hausordnung, erst nach dem Abschluss vom „ernsten Glas“ darf man sich ganz den ausgelassenen Feierlichkeiten hingeben.
 
Am schönsten und glamourösesten unter den Traditionen ist vielleicht die Graduierung „Valétálás”. Das Wort stammt aus dem lateinischen valete (Abschied) und stellt die Verabschiedung der Studenten, die sich im letzten Ausbildungsjahr befinden, von der Stadt und Universität dar. Organisiert werden zu dieser Gelegenheit die Inaugurationen der Ringe und Bänder, der „Valetenball“, die „Abschiedsmärsche“ durch die Stadt mit Sekt und Fackeln („Szalamander“ genannt), sowie weitere Veranstaltungen zum Abschluss der Studienjahre. 
 
Jede Fakultät verfügt über eigene Relikte, wie Fahnen, Hymnen, Begrüßungssprüche, Wappen, Uniformen und vieles andere mehr, welche die unterschiedlichen studentischen Traditionen symbolisieren sollen. Es empfiehlt sich immer, diese kennen zu lernen, um sich die Schande eines Fehlverhaltens zu ersparen.
 
Obwohl sie ihre Wurzeln nicht in Schemnitz haben, zählen auch der Grubenwagen vor dem Studentenwohnheim E/5 (Wohnheim für Bergbaustudenten) und der UV-Hügel zu den Studententraditionen. Der Grubenwagen wurde früher von fröhlichen Bergbaustudenten hin- und her geschoben, und auf dem UV-Hügel werden diejenigen Letztsemestrigen geprügelt, die während des Studiums in keiner Prüfung durchgefallen waren (was selbstverständlich sehr selten vorkommt). Es ist mittlerweile ebenfalls zur Tradition geworden, dass die Absolventen nach der Abschlussprüfung im Springbrunnen auf dem Universitätsgelände baden.
 
Jeder kann natürlich selbst entscheiden, ob er diese Bräuche miterlebt oder nicht. Wer nicht mitmacht, bringt sich allerdings um viel Vergnügen. Sie verschönern nicht nur die Studienjahre, indem sie ihnen den Sinn des wahren Studentenlebens verleihen, sondern stellen auch nach dem Abschluss eine starke lebenslange Bindung an die Alma Mater und die Kommilitonen dar.

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Szerkesztõ: Web Administrator (w3admin@uni-miskolc.hu)
2011-05-12 16:04:20


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